Im April werden Bienen wie die Honigbiene nach den kalten Wintermonaten wieder aktiv und beginnen eine der wichtigsten Phasen ihres Jahreszyklus. Sobald die Temperaturen regelmäßig über etwa 10 °C steigen, löst sich die Wintertraube im Bienenstock auf. Die Königin steigert ihre Eiablage deutlich, wodurch das Volk schnell wächst. Die Arbeiterinnen übernehmen nun vielfältige Aufgaben: Sie pflegen die Brut, reinigen den Stock, bauen Waben aus und fliegen aus, um Nahrung zu sammeln.
Besonders entscheidend ist in dieser Zeit das Angebot an Frühblühern. Pflanzen wie Krokusse, Schneeglöckchen, Weiden und blühende Obstbäume liefern Nektar als Energiequelle und Pollen als wichtige Eiweißlieferanten für die Aufzucht der jungen Bienen. Ohne diese frühen Nahrungsquellen wäre die Entwicklung des Volkes stark eingeschränkt.
Gleichzeitig beginnt im April die intensive Bestäubungsarbeit:
Während die Bienen Blüten besuchen, übertragen sie Pollen und sichern so die Fortpflanzung vieler Pflanzenarten.
Gerade für Obstbäume wie Apfel, Kirsche oder Birne ist dies von großer Bedeutung und hat direkten Einfluss auf die spätere Ernte.
Trotz der günstigen Bedingungen bringt der April auch Risiken mit sich. Spätfröste können Blüten schädigen und damit die Nahrungsgrundlagen plötzlich verringern. Zudem stellen Pestizide und der Verlust natürlicher Lebensräume große Herausforderungen für die Bienenvölker dar. Insgesamt ist der April also ein entscheidender Monat, in dem sich zeigt, wie gut ein Bienenvolk in das neue Jahr starten kann.
Gute Umweltbedingungen und ein ausreichendes Nahrungsangebot sind jetzt besonders wichtig, damit sich die Population stabil entwickelt und ihre wichtige Rolle im Ökosystem erfüllen kann.
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Bild: Wunibald Wörle
In: Pfarrbriefservice.de
